Ist der Triple-A Markt tot?

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23. November 2017
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“Ein AAA-Spiel ist eine informelle Klassifikation beziehungsweise Einstufung in der Videospielindustrie. Videospiele mit dieser Einstufung besitzen meist das höchste Entwicklungsbudget und die meisten Ausgaben für Werbung und andere Promotion-Leistungen.” – Wikipedia (AAA)

Hallo, mein Name ist Andreas und heute müssen wir über etwas reden, was mich schon sehr lange beschäftigt. Den Wandel der Videospielindustrie im Bezug auf Triple-A Spiele und die Qualität dieser.

Wisst ihr, früher, das heißt zur Xbox360 und PS3 Zeiten, war Triple-A das BuzzWord für den Massenmarkt. Es war der Ausdruck, der für Qualität stand und gleichzeitig zeigte, dass in einem Titel viel Budget und vor allem Marketing steckte. Wenn man sich früher ein Triple-A Spiel kaufte war man sich sicher, eines der besten Spiele des Jahres zu kaufen.

Fast Forward zum Jahre 2017. Neben den großen Titeln wie Mario, Zelda, Southpark oder Horizon Zero Dawn Reihen sich auch immer mehr Titel in den Bestenlisten, dessen Spielerlebnis ich vorsichtig ausgedrückt “Mäßig” beschreiben würde.

Mein Problem sind die Star Wars Battlefront 2’s, die PayToWin in ein Triple-A Titel verpacken und dies dann damit begründen, dass die Spieler ja eine Challenge brauchen. Es sind die Shadow of Wars, die ein Spiel so dermaßen zerpflücken, dass es ohne zusätzliche Inhalte kaum spielbar ist. Es sind auch die Forza Motorsport 7’s, die mit ihre Lootbox-Politik eine Serie zerstören, die ich sonst über alles verteidigt hätte.

Dass dieses Jahr so viele Spiele mit genau dem “Games as a Service” Bezahlmodell herauskommen ist keine Verwunderung. EA sprach bereits vor einigen Jahren davon, Spiele nicht zu einer einmaligen Geldquelle zu machen, sondern ein Spiel so lange wie möglich auszuquetschen.

Es ist interessant, wie sich dieser Begriff “Triple-A” in den letzten Jahren so sehr gewandelt hat. Was einst für Qualität stand, ist nun ein Schatten seiner selbst. Hört man heute Triple-A denkt man nicht an große Kracher-Spiele, man denkt an große Spiele, die nur das nötigste machen um den Spieler bei der Stange zu halten, während sie einem das Geld aus der Tasche ziehen.

Natürlich könntet ihr mir nun Heuchelei oder ähnliches vorwerfen, schließlich spiele ich verdammt gerne auch CSGO, Overwatch oder TF2. Jedoch ist keines dieser Spiele eines, wofür ich ganze 60 oder teils 70€ bezahlt habe. Ich verstehe es nicht, wie wir als Konsumenten es akzeptieren, dass ein Vollpreistitel Elemente von Free To Play Mobile-Spielen enthält.

Genug von der Abzocke, auch genannt “Games as a Service”. Denn neben dieser Abzocke nimmt in den letzten Jahr die Anzahl der unspielbaren Spiele zu. Fast jedes Spiel benötigt einen Day-One Patch, ohne das das Spiel komplett unspielbar wird. Sonic Forces etwa stürzt nach der dritten Stage ab, hat man nicht die zwei Day-One Patches eingespielt. Ich frage mich, ob Videospielentwickler überhaupt noch QA Teams haben, die die Spiele vorher testen oder ob dies nun an den Konsumenten weitergegeben wird um Geld zu sparen. Es muss doch in der Entwicklung aufgefallen sein, dass es unmöglich ist, das Spiel durchzuspielen.

Trotz all dieser Negativpunkte war 2017 aber auch ein großes Jahr der Spiele. Wir hatten grandiose Singleplayer-Erlebnisse wie Super Mario Odyssey, Wolfenstein 2 oder Breath of the Wild. Wir hatten den Boom der Battlearena-Shooter mit Playerunknown’s Battlegrounds und Fortnite. Und wir hatten vor allem auch das Jahr der Indie-Spiele.

Denn während die Triple-A Industrie von Jahr zu Jahr an Glanz verliert, nimmt der Hype um die kleinen Gameplay-Erlebnisse immer weiter auf. Cuphead etwa, was zwar von Microsoft unterstützt wurde, jedoch von einem Team von kaum mehr als 10 Leuten in kleinstarbeit kreiert wurde. Oder auch A Hat in Time, ein Spiel was ich immer noch auf meine Todo Liste habe. Ich kann es gar nicht erwarten diesen Spielekracher anzugehen.

Es ist schon interessant, dass eine 5-Mann Spieleschmiede mit einem Budget von 100.000€ mehr innovation leisten kann als ein 500-Personen EA mit Millionen-Budgets und ganzen Abteilungen der Markt- und Gameplay-Forschungen.

Vielleicht ist es der Druck, ein EA kann sich zwanzig schlechte Spiele leisten, während ein Indie-Studio mit nur einem schlechten Launch sofort sterben könnte (man denke da etwa an Hello Games und NoMansSky). Vielleicht ist es die Freiheit, die Indie-Studios haben. Sie müssen den Massenmarkt nicht bedienen, können in der Nische sein?

Es wirkt jedenfalls so, als wäre die Videospielindustrie in einem Wandel. Statt den großen Massen-Blockbuster treten vermehrt die kreativen hervor. Da kann ein PUBG mal eben ein Mafia 3 oder COD in den Spielerzahlen überholen, ganz ohne Millionen für Marketing und co.

Ich begrüße die aktuellen Entwicklungen und erfreue mich meiner Nische und hoffe, ihr findet auch eure! Was Triple-A’s angeht, hoffe ich, dass es sich bald nicht mehr lohnt die Spieler abzuzocken.. Vielleicht ja schon bald… vielleicht…

textsms

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