Die Geschichte um BiggSean66

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06. Dezember 2017
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Wir brauchen mehr Jason Schreiers! Wer das überhaupt ist fragt ihr euch? Nun, lass es mich euch erklären.

In den letzten Tagen und Wochen wurde Kritik über Battlefront 2 und dessen PayToWin Strategien immer größer. EA, der Publisher des Spiels versuchte die Lage aufzuklären und hat damit den am meisten runter gevoteten Kommentar auf ganz Reddit abgelassen. Great Job Jungs und Mädels von EA.

In dem Kommentar rechtfertigte sich EA mit dem Bezahlmodell, es soll eine Belohnung und eine Challenge sein, andere Charakterkarten freispielen. Was sie verschwiegen haben ist jedoch, dass man, wenn man alle Freischaltbaren Gegenstände besitzen will, ganze zwei Jahre lang das Spiel 8 Stunden am Tag spielen muss. Ihr habt richtig gehört. Ihr müsstet dieses Spiel zwei Jahre lang als Vollzeitjob spielen, um jegliche Inhalte zu bekommen. EA ist jedoch nicht EA, hätten sie nicht auch eine Lösung dafür parat. 1770€. 1770€, so viel müsst ihr, neben dem Spiel selbst ausgeben, um alle Gegenstände schon jetzt zu bekommen.

Nun, Die Community bekam davon Wind und war natürlich außer sich. Wir reden hier von einem Shitstorm, der bis in die Mainstream-Medien reichte! Und natürlich musste es kommen wie es kommen musste, ein paar Idioten haben sich falsch verhalten und einem Entwickler von Dice Morddrohungen geschickt.

7 davon sollen bei BiggSean66 eingegangen sein. Dazu über 1600 persönliche Angriffe, etwa durch E-Mails und Kommentare. Das ganze Internet redete über den Fall, die Nachrichten-Seiten vieler Videospielmagazine stürzten sich auf den Fall und berichteten von diesem sehr realistischen Szenario.

Doch sie lagen alle falsch. Wie Jason Schreier für Kotaku am 15.November herausfand, scheint BiggSean66 gar nicht in der Entwicklung des Spiels beteiligt gewesen. Mittels aufwändigen Recherchen konnte Schreier herausfinden, dass BiggSean oder Sean, keinerlei Verbindungen zum Entwicklerteam von Star Wars BattleFront 2 hat. Er scheint sich als Entwickler ausgegeben zu haben, und das schon seit Jahren. Jason Schreier fand viele Kommentare, die Sean als sehr beleidigenden oder offenen Typen zeigen. Seine Kommentare auf Twitter wirken unprofessionell. Mal sagt er, er sei ein Datenspezialist, mal ist er ein Qualitätsüberprüfer. Es kann nicht genau geklärt werden, wer BiggSean66 ist und ob er jemals bei EA gearbeitet hat. Es konnte ihn jedoch keiner der Entwickler bestätigen und auch EA dementiert eine Beschäftigung.

Als Jason Schreier BiggSean auf Twitter näher zu den Anschuldigungen befragte entfernte, dieser jegliche Hinweise auf seine Arbeit bei EA und privatisierte seinen Twitter-Account. Was bleibt ist der Gedanke, dass all diese Magazine eine falsche Story abgeschrieben haben, die die Spieler und die Videospiel-Industrie beschmutzen sollte.

Ich möchte mich bei Jason Schreier bedanken. Als ich seinen Artikel das erste mal gelesen habe hat es mich überrascht, dass ein Videospiel-Journalist eine solche investigative Arbeit auf sich nimmt, nur um einen Lügner im Internet zu überführen. Es zeigte mir jedoch auch, dass dem Videospiel-Journalismus der Journalismus fehlt. Es wirkt so, als würden sich alle auf eine Medienquelle verlassen. Der Videospiel-Journalismus wird als Sprachrohr genutzt. Er druckt einfach nur noch Pressemitteilungen, er fragt nicht genug nach, er recherchiert nicht genug.

Es mag am digitalen Zeitalter liegen, jede Seite muss schneller als die anderen sein, um die ersten Klicks zu generieren. Jedoch wünsche ich mir etwas mehr Journalismus im Videospiel-Journalismus.

Vielen Dank an Kotaku!

textsms

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