Pixel-Plattformer in eisiger Berghöhe – Celeste Review

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18. Februar 2018
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Celeste ist eines der besten Indie-Spiele, die die Nintendo Switch zu bieten hat. Warum, das klären wir in dieser Review.

Celeste ist schnell erklärt. Es handelt sich hierbei um einen Pixel-Plattformer von Matt Makes Games welches am 25. Januar 2018 für viele Plattformen, unter anderem auch der Nintendo Switch herausgekommen ist.

Hinter Celeste stehen Matt Thorson und Noel Berry, zwei leidenschaftliche Gamer und Entwickler aus Amerika. Während Thorson mit seinem Spiel “TowerFall” aus dem Jahre 2013 bereits ein Platformer-Spiel in die Gaming-Landschaft brachte, wirkte Noel Berry als Designer und Entwickler nun zusätzlich an Celeste.

Wenn man Celeste mit einem Stereotyp beschreiben müsste, wäre es “Easy to Learn, Hard to Master”. In Celeste spielt ihr das Mädchen Madeline, aufgrund von Zweifeln an sich selbst wagt sie sich auf den großen Celeste Berg. Das Ziel ist klar: Madeline möchte ganz nach oben, sie möchte den Celeste Berg erklimmen. Dafür kann der Spieler neben der Basic Steuerung und dem Festhalten an Wänden ein Dash nutzen, der nach einer Berührung eines Bodens aufgeladen wird. Je nach Kapitel gibt es natürlich noch weitere Elemente, etwa Kristalle, die den Dash aufladen, Luftblasen, die Madeline in eine Richtung schießen oder Wolken, die wie ein Trampolin genutzt werden können. So einfach die Steuerung wirkt, so schwer werden die Level. Gerade im späteren Verlauf bin ich mehrere hundert male gestorben, am Ende meiner 8 stündigen Reise waren es insgesamt 1700 Tode.

Trotzdem bleibt Celeste fair, vielleicht sogar fairer als die meisten Spiele in dem Genre. Nach einem Tod ist man binnen 3 Sekunden wieder am Start, so ist selbst bei den schwierigsten Passen der Frustfaktor niedrig, da man nie sonderlich viel verliert. Dies ist eine sehr interessante Angehensweise. Andere Spiele wie ShovelKnight motivieren den Spieler nach einem Tod nämlich, den gesammelten Loot zurück zu bekommen. Im Gegensatz dazu ermutigt euch Celeste es einfach noch mal zu versuchen. Dies führte dazu, dass ich viel eher gewillt war, schwierige Passagen, Sprünge oder Collectibles zu sammeln, da ich ja nichts zu verlieren hatte. Ein weiterer Aspekt, der den Frustfaktor niedrig hält, ist dass Celeste euch nach jedem Tod zum Anfang eines Screens spawnt. So müsst ihr nicht dauernd und dauernd die immer gleichen Passagen durchqueren, um dann den einen schwierigen Sprung am Ende noch einmal zu versuchen. Für Spieler, die selbst jetzt noch nicht vernünftig durch die Level kommen gibt es den Assist Mode, hiermit kann man das Spiel verlangsamen lassen, Madeline mehr Airdashes geben oder sie sogar unbesiegbar machen. Ob man den Assist-Mode genutzt hat wird permanent im Speicherstand vermerkt, damit es fair bleibt. Ich selbst habe den Assist-Mode auch genutzt, wenn auch nur für 4 Screens.

Kommen wir zur Story, denn neben dem nahezu perfekt wirkendem Plattformer-Gameplay bietet Celeste auch eine Story, die ich so in einem Spiel nicht erwartet habe. Während wir Madeline durch die Ebenen des Celeste-Bergs Kraxeln lassen, lernen wir einen neuen Weggefährten, Theo kennen. Dieser ist ein extremer Hipster, aber auch zum Ende hin ein sehr guter Freund und Motivator für Madeline. Der Celeste-Berg hat eine besondere Aura, weshalb ein Teil von Madeline real wird. Dieser Teil von Madeline ist die größte Kraft, die uns davon abhält dieses Bergabenteuer zu meistern! Cutscenes und Gespräche werden sehr liebevoll dargestellt und die typische Textbox wird, vor allem bei einem Charakter interessant aufgebrochen. Man hat hier wirklich out-of-the-box gedacht! Jedes weitere Wort zur Story wäre ein Spoiler sondergleichen, daher möchte ich nur noch anmerken, dass die Story sehr passend und schön erzählt wurde. Gerade auch, da Celeste die Angst des Versagens und auch das Thema Depressionen sehr liebevoll und gut darstellt.

Wären wir beim Inhalt, und da gibt es einiges zu Erzählen. Für die 20€, die Celeste kostet erhaltet ihr eine etwa 6,5 Stunden für die Story und den ersten Playthrough, wenn man wie ich nicht alle Collectibles einsammelt. Damit ist es jedoch nicht getan, denn in jedem Kapitel gibt es eine Kassette, die B-Sides. Dies sind spezielle Versionen der Kapitel, noch einmal extrem erschwert und in der Gestaltung eher abstrakter. Damit jedoch nicht genug, denn neben den B-Sides gibt es auch noch die C-Sides, hier haben die Entwickler die Level wahrscheinlich nicht mal mehr getestet, oder die Spieletester haben sich beim testen erhangen. Wenn euch also die Story noch nicht schwer genug war oder ihr suizidale Gedanken habt, erwarten euch noch einmal mehr als doppelt so viele Challenges und Level nach der eigentlichen Story. Zusätzlich gibt es noch ein weiteres Kapitel welches ihr mit Herzen-Collectibles freischaltet. Übrigens: Als Easter-Egg befindet sich innerhalb eines Kapitels die GameJam-Version des Spiels. Immer wieder sehr interessant so etwas zu finden.

Zuletzt möchte ich noch etwas ansprechen. Es ist ein Thema, was mich sehr häufig beschäftigt, es geht um die Musik. Und holy shit hat Celeste mich umgeworfen. Statt einfachen Pixel-Tunes hat Celeste mal eben den besten Soundtrack, den ich in einem Plattformer und/oder Indie-Titel gehört habe. Ja, selbst der originale Super Meat Boy Soundtrack kommt nicht an diese Musikstücke ran! Manchmal war ich froh, wenn ein Screen äußert schwer war und ich andauernd gestorben bin, weil ich damit den Soundtrack länger lauschen konnte. Lena Raine hat mit ihrem Musikalischen Talent dieses verrückte Abenteuer perfekt begleitet und immer wenn ich Produktiv sein möchte starte ich Resurrections, meinen Lieblingstrack von Celeste.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Celeste der bisher beste Plattformer für die Nintendo Switch ist. Das Spiel glänzt nicht nur mit perfektem Gameplay sondern auch mit seinem Charm, dem liebevollen Pixelart und auch der traumhaften Musik. Celeste könnt ihr für 19,99€ auf dem PC, der PS4, der XBOX One oder der Nintendo Switch erwerben.

textsms

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