Thank you for playing! – Die Widmung von Spielern in Videospiel-Credits

sort
24. September 2017
ZAP-Hosting.com Werbebanner

Mario: Thank you so much for playing my game!

Für viele nur ein Spruch, eine weitere Sounddatei, die abgespielt wird, doch eigentlich ist es noch so viel mehr. In dieser Kolumne widmen wir uns etwas ganz besonderem, der Widmung der Spieler in Videospielen.

Normalerweise fängt man so eine Geschichte am Ursprung an, gehen wir also ein paar Wochen zurück. Ich klickte mich an einem fröhlichen Montag nachmittag durch YouTube, entdeckte Marching Bands die Nintendo Musik spielen, Orchestern die die Zelda Themes performen und kam natürlich auch zum neuen Spiel von Nintendo, ARMS und dessen wunderbare Musikstücke. ARMS ist ein Fighting Game, dem Genre wird gerne her gesagt, sie seien belanglos und enthalten keinerlei Story oder eigenen Stil. Ich denke, dass dies bei ARMS und allgemein auch bei Nintendo Spielen anders ist. Ob Super Mario 64, Super Mario 3D World, Splatoon oder ARMS, jedes dieser Spiele hat eins gemeinsam. Der letzte Satz in den Credits lautet “Thank you for playing, Vielen dank für’s spielen”.

Was auf dem ersten Moment nicht besonders wirkt, ist eigentlich ein ganz besonderes Detail, welches Nintendo-Spiele anders macht. Um euch das ganze zu erklären bedarf es einer kleinen Ausholung. Jedes Studio, jedes Entwicklerteam, jeder Zeichner oder Concept Artist hat einen Grund, warum er an gerade diesem Projekt arbeitet oder gearbeitet hat. Es könnten belanglose Gründe sein wie “Es ist mein Job” oder “Ich werde gut bezahlt”. Meist jedoch ist es ein kreatives Verlangen, welches die Entwickler und Artists überzeugt und motiviert. “Ich möchte das Spiel besser machen”, “Ich möchte zeigen, was ich kann” oder “Ich liebe das Konzept”.

Ein Grund ist jedoch ein noch etwas besonderer. “Ich möchte den Spieler glücklich machen”. In diesem Satz steckt eine sehr starke Message, ein Entwickler, ein Artist, ein Projektmanager, sie alle nutzen ihre wertvolle Zeit auf diesem Planeten um etwas zu erschaffen, was einem anderen Menschen oder einer Gruppe von Menschen gefallen soll. Und genau mit dieser Erkenntnis können wir in die Ursprungssituation gelangen. Denn nichts anderes symbolisiert “Ich möchte den Spieler glücklich machen” besser als die “Thanks for playing” Passagen in Credits von Videospielen.

Credits sind für gewöhnlich eine Möglichkeit jedem zu Würdigen, der an dem Projekt gearbeitet hat, sie gelten der Ehre der Entwickler und der stolzen Darstellung dieser. “Das sind die Leute, die dieses Hammer Spiel gemacht haben”.. In den meisten Fallen war’s das auch, Entwickler werden genannt und Firmen gedankt, genutzte Musiklizenzen erläutert und sich bei besonderen Leuten bedankt.

Und dann.. kommst du!

Nach all den Credits, nach all den Danksagungen darf natürlich eins nicht fehlen, der Spieler. Er ist der Grund, warum dieses Medium überhaupt existiert, er war der Ansporn und der Drang etwas besseres zu schaffen, die Motivation das Projekt durchzuziehen. Dass Nintendo und andere Firmen diesen Satz an das Ende ihrer Spiele hängen, bei ARMS sogar für jeden Charakter einmal, zeigt von einer gewissen Grundhaltung der Spiele als Medium. Denn keine andere Medienbranche ehrt den Konsumenten so wie die Spieleindustrie. Filme haben kein “Thank you for watching” und Songs kein “Thank you for listening”. In diesen Industrien wird es einfach hingenommen, dass der Konsument konsumiert.

Reggie Fils-Aime hat im diesjährigen E3 Spotlight folgendes erwähnt:

“Wenn das Spiel keinen Spaß macht, wieso dann spielen?”

Die Quintessenz dieser Aussage, die Haltung zum Medium Spiel an sich, der Qualitätsanspruch, der in diesem Satz steckt, es ist etwas ganz besonderes.

Gerade in einer Videospielindustrie, die Skandal nach Skandal abfeuert, die die Spieler für Singleplayer-Mods bestraft wie bei TakeTwo und GTA5 ist es sehr wichtig entgegen den Strom zu schwimmen und für die Spieler da zu sein.

Nintendo-Spiele, anders als vielleicht alle anderen Firmen der AAA-Industrie wollen keine Erweiterung des Lebens sein, sie greifen aktuelle politische Ereignisse nicht auf sondern bieten eine alternative Welt zum Entdecken und eintauchen., “Wir haben dieses Stück Medium erschaffen, damit du Spaß daran hast, wir hoffen, dass du dich ein bisschen in die Welt verlieren kannst und den Alltagsstress vergessen kannst.”

Und daher ich danke Nintendo, und all die Firmen die einem dies ermöglichen…

textsms

Kommentare